Helene Fischer erhält die Goldene Kamera
28. Januar 2012 – 16:55 | Kommentare deaktiviert

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Öffentlicher Transport am Kap

Submitted by on 13. November 2008 – 21:02No Comment

minibus_bahnhofMitten im Leben: Kapstadt – Südafrika    

Die Fahrt in einem Minibus ist unbestreitbar Pflichtprogramm eines jeden Besuchers in Kapstadt. In der Reiseliteratur nicht zwingend empfohlen, ist es dennoch ein, zumindest in der Innenstadt, sicheres und authentisches – auch nicht zuletzt kostengünstigstes – Mittel, den müden Füssen eine Auszeit zu gönnen. Die für europäische Maßstäbe bereits seit Jahren ausrangierbedürftigen Kleinbusse meist asiatischen Fabrikats wurden vermutlich konstruiert für, sagen wir, acht sportliche Passagiere. Hier dagegen transportieren sie bis zu fünfzehn Reisende, Kleidergröße spielt keine Rolle und auch fürs Gepäck gibt’s keinen Grenzwert. Doch Verlass auf sie ist immer, sie sind meiner Meinung nach nicht nur der preiswerteste sondern auch schnellste und unkomplizierteste Weg, während des Tageslichtes von A nach B zu gelangen. Eine Fahrt kostet den Passagier dann bis zu 4 Rand, welche man aus organisatorischen Gründen bereits zuvor in den Händen halten möchte, denn in den Taschen kramen kann sich nach Einnehmen eines Sitzplatzes als recht schwierig herausstellen. Das Fahrgeld wird durch Passagierhände gesammelt und nach vorne zum Assistenten des Fahrers geleitet. Dieser wiederum ist erkennbar durch seine Aufgabe, die Schiebetüre zu bedienen und aus dem Fenster das Endziel des Minibusses in die Strassen zu brüllen. Er ist es auch, der dem Fahrer die Stops ansagt – eine Straße, einen Supermarkt oder eine Tankstelle in Nähe des Ausstiegs sollte man ihm rechtzeitig mitteilen. Dies möglichst laut und deutlich genug, denn dröhnen erst einmal die Lautsprecher, so kann man sich vor lauter Rap-Musik nur noch aufs Lippenlesen verlassen.

Doch all diesem Idyll zum Trotz ist und bleibt das Minubusfahren ein hartes Geschäft. Nach den „Taxi Wars” vor einigen Jahren, die drei Menschen das Leben kosteten und 36 verletzten, hat nun die Eröffnung des Einkaufszentrums „Cape Gateway Mall” für neue Aufruhr gesorgt – ein Kampf um potentielle Passagiere. Der Streit zwischen den verschiedenen Transportunternehmen forderte in den letzten Wochen bereits sechs Todesopfer und dutzende Insassen wurden verletzt, nachdem drei der Taxi-Unternehmer einen „Hit-man”, einen professionellen Killer, auf die Konkurrenz angesetzt hatten.

Kapstadt’s Industrie des öffentlichen Transports erinnert in seiner Organisation dem Klüngel der Mafia. Mächtige Clans, meist aus der „Cape Coloured”-Gemeinschaft, kontrollieren das Geschäft und verfügen über ein großes Budget speziell für „Kriege” dieser Art sowie die Beisetzungen der eigenen Opfer. Die angestellten „Killer” sind besser bekannt als „ibovane”, als Ameisen, und sollen die Streits zwischen den langjährig rivalisierenden Clans gewaltsam und eindrucksvoll beilegen.

Quelle: Kristina Keppler / CMS-MEDIEN

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