Verleihung des Kinoprogrammpreis Berlin-Brandenburg 2010
1. September 2010 – 07:32 | No Comment

Berlin/Potsdam – Die digitale Revolution ist in den Kinosälen angekommen. Die Filmtheater stehen vor der größten technischen Neuerung in der Geschichte, die ganze Branche ist im Umbruch. Auch inhaltlich hat sich einiges getan: Der deutsche Film ist so erfolgreich wie lange nicht – den größten Boom erlebt jedoch 3D. Neue Zeiten und neue Herausforderungen für die Programmkinos: Mit Enthusiasmus und eisernem Durchhaltevermögen engagieren sich die Programmmacher in der Kinohauptstadt Berlin, aber auch im Flächenland Brandenburg immer wieder aufs Neue dafür, das Publikum – mit Filmnächten, Kinderwagenkino, Kinofrühstück – zu begeistern und zu überraschen.

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Unter Verdacht: Senta Berger und Ulrich Tukur

Submitted by MC on 20. Juni 2010 – 15:51No Comment
Senta Berger / Ulrich Tukur

Senta Berger / Ulrich Tukur

Derzeit finden die Dreharbeiten für die Samstagskrimi-Reihe: Unter Verdacht mit Senta Berger und Ulrich Tukur in München statt. Das CMS-MEDIENMAGAZIN war am Set vor Ort und traf die beliebte Schauspielerin Senta Berger und Ihren Kollegen Ulrich Tukur. Interview mit Senta Berger und Ulrich Tukur:

Was macht die Zusammenarbeit mit Ulrich Tukur so besonders und schön? Kennen Sie sich gut?

Ulrich Tukur kenne ich schon lange. Mein Mann Michael Verhoeven hat für seinen Film “Die Weiße Rose” Schwäbisch sprechende junge Schauspieler gesucht (Hans und Sophie Scholl sprachen eben Schwäbisch). In Ulm auf der Schauspielschule hat er sie nicht gefunden, aber er fand Ulrich Tukur. Er spielte dann die Rolle des stillen, aber entschlossenen Willi Graf. Dafür lernte der gebürtige Schwabe das “Saarbrücknerische”. Ich erinnere mich an Uli, wie er zu uns kam, mit uns am Esstisch saß, über das Buch diskutierte, erst sehr zurückhaltend, fast scheu und dann immer mehr offen und spielerisch. Das Spielerische hat er bis heute nicht verloren. Das Ausprobieren der Möglichkeiten innerhalb einer Rolle, das Anbieten verschiedener Interpretationen. Sein mitreißendes Temperament. In jedem Filmteam ist er bald der Liebling. Zu Recht. Nach der “Weißen Rose”, diesen Film habe ich mit Michael Verhoeven gemeinsam produziert, machten wir noch einen anderen Film miteinander. “Liebe Melanie”, ein Fernsehfilm über eine Schauspiellehrerin, die auch im wirklichen Leben meine Schauspiellehrerin war: Melanie Horeschovsky. In diesem Film spielte Uli einen jungen Schauspieler, der seine kranke Lehrerin im Krankenhaus mit einem Akkordeon- Ständchen erfreut. Da haben wir erst begriffen, was für ein unglaublich vielseitiges Talent dieser Tukur ist! Gott sei Dank hat er ja aus dieser musikalischen Begabung nicht nur ein zweites Standbein gemacht, sondern eine große Karriere. Die dritte wichtige Begegnung mit Ulrich Tukur war während des Films “Mutter`s Courage” nach der Erzählung von George Tabori. Ein großer Film. Mein Mann und ich produzierten. Michael Verhoeven führte Regie. Uli spielte auf unvergleichliche Art einen jungen SS-Mann, der eine Jüdin in die Freiheit entlässt. Der Film floppte. Das war bitter. Aber gerade deshalb vielleicht fühle ich mich so an Ulrich Tukur gebunden: Er hat uns durch so viele Jahre Himmel- und Talfahrten begleitet. Ich bin froh, dass er die Rolle von Eric Glasner spielt und spielen kann. Er hat einen Terminkalender, der sogar mich staunen lässt.

Auch Jasmin Tabatabai spielt in “Angstgegner” mit. Was schätzen Sie an dieser jungen Kollegin? War es ihr Wunsch, dass Sie diese Rolle bekommt?

Selbst, wenn es mein Wunsch gewesen wäre, dass Jasmin Tabatabai diese Rolle spielt, hätte ich doch niemals auf einen Wunsch bestanden. Das ist letztendlich immer noch die Entscheidung des Regisseurs. Ich habe einen Vorschlag gemacht, der mir für diese Rolle richtig erschien. Jasmin hat sich durch ihre Arbeiten bis heute selber empfohlen. Es gibt ganz wenige Schauspielerinnen in Deutschland, die eine Art Geheimnis haben oder den Zuschauer glauben machen können, dass sie eines haben. Jasmin kann das. Da sind zum Einen ihre persischen Vorfahren, die sie aussehen lassen, wie sie aussieht, zum Anderen ist Jasmin Tabatabai eine sehr intelligente, junge Schauspielerin, die – ganz im Gegensatz zu ihrem wirklichen Leben, zu ihrem wirklichen Wesen – etwas Zwielichtiges, Undurchsichtiges haben kann. Also ideal für diese Rolle und für unsere Geschichte.

… an Ulrich Tukur:
Was macht die Zusammenarbeit mit Senta Berger so besonders und schön? Kennen Sie sich gut?

Ich kenne Senta Berger seit 1982, als ich mit ihrem Mann Michael Verhoeven “Die Weiße Rose” drehte. Es war mein erster Film – ihr und ihrem Mann verdanke ich sehr viel. Schon allein deshalb ist es mir eine große Freude, mit ihr – bis auf einen kleinen gemeinsamen TV- Kurzauftritt in einem Film von Michael Kreihsl – das erste Mal richtig zusammenzuarbeiten. Auch wenn sie ein, zwei Jahre älter ist als ich, hat sie sich eine Schönheit und eine Bescheidenheit bewahrt, die sie vor vielen ihrer physikalisch manipulierten Kolleginnen auszeichnet.

Was hat Sie an der Rolle Eric Glasner so gereizt?

Herr Glasner ist ein bedauernswerter Mensch, der als Polizeiausbilder in Afghanistan ein traumatisches Erlebnis hatte und seelisch gebro- chen nach Deutschland zurückkehrt. Es ist immer interessant, solch zerbrochenen Figuren Kontur zu geben. Aber er nennt auch das Drama beim Namen: eine verlogene Politik, die Menschen unter Vor- spiegelung falscher Tatsachen und, ohne sie mit entsprechenden Kompetenzen auszustatten, in ein Land schickt, in dem faktisch Krieg herrscht.

Sind Sie ein großer Fan von “Unter Verdacht” und Senta Berger?

Ich besitze keinen Fernsehapparat und schalte die Kiste auch in keinem Hotel ein. Ich habe also “Unter Verdacht” nie gesehen, finde das Drehbuch aber für dieses Genre überdurchschnittlich originell.

Quelle: ZDF / Koch
Fotos: CMS-MEDIEN / M.Czok / www.cms-medien.eu

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